Groß-Lobke

 

Vor 30 Jahren kam Helmut Ruthemann auf den Trichter ...

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Anschrift und Anreise
Helmut Ruthemann , Rottenweg 8
31191 Algermissen, OT Groß Lobke

 

Öffnungszeiten

14:00 - 18:00 Uhr an Sonn- und Feiertagen
von April bis September oder nach Vereinbarung
 
Gruppenbesuche bitte anmelden !
Tel.: 05126/1069 oder 0175/3234835

 

Impressionen vom Museum

Im In- und Ausland stöberte Helmut Ruthemann im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte erfolgreich nach Grammophonen. Hin und wieder entdeckte der Groß Lobker Originale auf Flohmärkten, auch bei Händlern im Ausland wurde er fündig. Oder er „schwatzte" Freunden und Bekannten solche mechanischen Musikmaschinen ab. So kam im Laufe der Jahre eine Grammophon-Ausstellung erster Güte zusammen. Sie zeigt Musikgeräte aus aller Welt. 

 

Die meisten stammen aus der Schweiz, Belgien, Frankreich, Italien, England und den Vereinigten Staaten. Kreisheimatpfleger Gerhard Schütte kennt die Grammophone und weiß, daß die Sammlung von Helmut Ruthemann zu den größten und bedeutendsten in Deutschland zählt. Meist waren die Grammophone in einem erbärmlichen Zustand. Der inzwischen im Ruhestand lebende Techniker aus der Blaupunkt-Entwicklerabteilung brachte sie dann mit viel Geduld und technischem Verstand wieder in einen spielbereiten Zustand.

 

„Es ist heute nicht mehr so leicht, Grammophone aufzustöbern", verrät der Sammler. Für manches Exemplar fuhr er viele hundert Kilometer. Für das „Zonophon", Baujahr 1902, harrte er sogar bis vier Uhr morgens in einer Berliner Kneipe aus und spendierte eine Runde nach der anderen. Erst als der Trödler, der die Kostbarkeit besaß, genug Bier getrunken hatte, war er zum Verkauf bereit. Die ältere Generation wird sich beim Betrachten dieser Grammophon-Raritäten noch an die gute alte Zeit erinnern: an die Stimmen der damaligen Platten-Superstars Enrico Caruso oder Richard Tauber und an Melodien von Paul Lincke, Viktor Holländer und Walter Kollo. Wenn sie aufgelegt werden, weht durch die Ausstellungsräume in dem alten, renovierten Fachwerkhaus in Groß Lobke ein Hauch von Nostalgie.

Die ältesten Geräte stammen aus der Zeit um die Jahrhundertwende. 1906 wurden in Deutschland monatlich rund 250 000 Grammophone hergestellt und 1,5 Millionen Schallplatten gepresst. Viele Topmodelle sind in Groß Lobke zu bewundern.

 
 Zu der größten Grammophonen gehört das „Concert-Akto-Francais" aus Frankreich, das eine Höhe von zwei Metern aufzuweisen hat. Alle diese Modelle stammen etwa aus der Zeit von 1900 bis 1932. Neben jedem ausgestellten Grammophon weist eine Tafel auf Besonderheiten, Baujahr und Herstellerland hin.
 

Da steht zum Beispiel ein englisches Grammophon, dessen Trichter aus alten gepressten Telefonbüchern besteht und die Töne weich wiedergibt. Zu den Raritäten zählen auch das „Spezialophon" von 1909 mit einem drehenden Christbaum und ein französisches Kleinst Grammophon von 1926, das je nach ein gestellter Uhrzeit mit Musik weckt.

Erst durch Einwurf eines Zehnpfennigstückes ist das „Klingsor-Verdi-Gerät" von 1913 spielbereit. Das Stand Grammophon „Operaphone", 1920 in England gebaut, hat die Form eines Flügels und gilt optisch als das feinste der ausgestellten Modelle. Eines der Geräte hat sogar eine Lautstärkeregelung: Mit Hilfe eines Bowdenzuges lässt sich ein Gummiball mehr oder weniger tief in den Schalltrichter schieben.
 
 

Ein Standgerät mit riesigem Trichter diente schon in mehreren Fernsehproduktionen als Kulisse. Zuschauer der früheren Fernsehserie „Liebling Kreuzberg" erkennen diese Riesenmaschine vielleicht wieder. Helmut Ruthemann kam über einen Trödler an das kuriose Stück. Und einer seiner Freunde erwarb von einer älteren Dame eine vermeintliche Kamera aus den 30er Jahren, die sich dann später aufgeklappt als kleines Grammophon entpuppte.

Der „letzte Schrei" war ein Schallplatten-Aufnahmegerät, das beim Frisör an der Front im Zweiten Weltkrieg für Furore sorgte. Während des Haareschneidens konnte der Soldat Grüße von der Front nach Hause sprechen. Per Post wurde die besprochene Schallplatte in die Heimat geschickt. Interessant ist auch die Abteilung von Kindergrammophonen aus den 20er Jahren, gefertigt in vielen Ländern der Welt. Große blüten­kelchähnliche Trichter in verschiedenen Farben sind für die vielen Modelle charakteristisch.
Mit der Öffnung seiner Grammophonsammlung für die Öffentlichkeit sucht der Groß Lobker auch Kontakt zu anderen Sammlern und Interessenten. Aus einer Vielzahl alter Schellackplatten hat er viele Scheiben für Vorführzwecke ausgesucht.
 
   
 

Museums-Cafe

Nach dem Museumsbesuch bietet ein kleines Museums-Cafe die Möglichkeit, den Besuch bei etwas Kaffee und Kuchen ausklingen zu lassen und sich mit dem Sammler über sein Hobby zu unterhalten.
Einrichtungen
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Grammophon-Museum

 

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